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| Psychologie Psychologie wird meist als die Wissenschaft mentaler Prozesse und Verhaltensweisen definiert. Heutzutage gibt es zwei grundlegende Strömungen: die Genetiker und die Verhaltensforscher, quasi "Natur gegen Bedürfnisse". Die Genetiker neigen dazu zu glauben, dass sich menschliches Verhalten aus Vererbung und Instinkt ableiten lässt. Oft genug wird in den Medien berichtet, dass neue Studien den Beweis für eine "genetische Neigung" gefunden hätten, zum Beispiel das "Raucher Gen". Das bestärkt die allgemeine Weltanschauung dahingehend, dass bestimmte Verhaltensweisen in der menschlichen DNA fest verankert seien und, dass sogar schwache Nuancen bestimmten Verhaltens, wie zum Beispiel die Neigung zu Süchten, genetisch bedingt oder durch Instinkte verursacht wären. Die Verhaltensforscher andererseits sehen das menschliche Wesen als ein Produkt der Konditionierung durch seine Umwelteinflüsse. Daher lägen die Ursprünge der Handlungen einer Person in dessen Erfahrungen, angestossenen Denkprozessen oder in gelerntem Wissen. Der Mechanismus des Handelns oder Glaubens sei demnach nicht durch Vererbung oder Instinkt gesteuert, sondern durch Erlerntes und Erlebtes. Welche der zwei Strömungen ist nun bedeutender? Selbstverständlich sind beide in bestimmten Punkten relevant. Unser Streben nach "Überleben und Reproduktion" ist sozusagen genetisch "eingebrannt", ist doch dieses Bestreben direkt mit unserem fundamentalen Überlebenswillen gekoppelt. Die Mittel, die einem das Überleben ermöglichen, gründen sich jedoch komplett auf einer sozialen Konditionierung. Wenn eine Person in einer von Knappheit und Armut durchzogenen Gesellschaft aufwächst, mit nur begrenzten Arbeitsplätzen, wird sie stärker dazu tendieren, illegale Mittel einzusetzen, um zu überleben. Eher, als ein Mittelschicht Arbeiter, der seine grundlegenden Bedürfnisse befriedigen kann. Am anderen Ende des Spektrums wiederum finden wir eine wohlhabende Person, aufgezogen in einer elitären Familie und darauf konditioniert zu glauben, dass ihr Reichtum (oder auch gesellschaftlicher Rang) ein Statussymbol sei. Oft wird diese Person jene ausbeuten, die für sie arbeiten oder illegale Aktivitäten pflegen, um sich der sozialen Arroganz und Identität anzupassen, die für sie real sind. Unterm Strich ist es tatsächlich die "umweltbedingte Konditionierung", welche 99 % unserer Handlungen beeinflusst, unzählige Studien haben dies immer und immer wieder bewiesen. Menschen werden nicht wegen einer genetischen Neigung zu Alkoholikern, sondern weil sie durch Eltern oder Freunde beeinflusst wurden. Wenn ein Kind misshandelt wird, so wird es wahrscheinlich im Erwachsenenalter andere Kinder misshandeln. Wenn die Massenmedien ein bestimmtes Thema innerhalb einer Gesellschaft propagieren, zum Beispiel "Terrorismus", wird die Öffentlichkeit dazu konditioniert, all dies als wahr und als tatsächliche Bedrohung anzusehen, ungeachtet der wirklichen Realität. Tatsache ist, dass wir uns entwickelnde, zerbrechliche Organismen sind, welche schon immer einem gewissen Grad von Beeinflussung und Konditionierung ausgesetzt waren. Aber der "gewisse Grad" wird in hohem Masse durch die sozialen und ideologischen Identifikationsmuster beeinflusst, welche uns darauf konditionieren, dass ein Leben ohne eben jene Muster undenkbar sei. In genau diesem Bewusstseinszustand kommt dann die Lähmung mit ins Spiel, denn Nichts in der Natur könnte die Meinung stützen, unsere Aussagen und Gedanken seien jetzt und auch in Zukunft unfehlbar. Denn nur ein einziges Muster zeigt sich uns ganz deutlich, nämlich, dass alle Elemente der Natur einem ständigen Wandel unterworfen sind. Dass Menschen sich mit den althergebrachten, festgefahrenen Ansichten identifizieren, um ihre persönliche Integrität zu wahren, ist eine ernsthafte Verzerrung unserer Welt, wird es doch als schlecht erachtet, wenn jemand "eines Besseren belehrt wird." Natürlich ist das völlig absurd, lernen doch die meisten durch Belehrung, dies sollte daher nie als Konsequenz gefürchtet werden. Fritz Pearls sagte einmal: "Der Mensch ist das einzige Wesen, welches seiner eigenen Entwicklung im Wege stehen kann". Das ist eine wichtige Erkenntnis, da unsere Glaubenssysteme, an welchen wir festhalten, um unsere Identität zu wahren, neuen, wechselnden Erkenntnissen und persönlichem Wachstum häufig im Wege stehen. Die dominantesten Institutionen, welche diese Lähmung weiterführen wollen, sind die theistischen Religionen und das Finanzsystem. Theistische Religionen propagieren eine statische Weltansicht mit dem Glauben als Basis, welcher jegliche Logik oder neue Information ablehnt. Das Geldsystem aller Länder basiert auf Wettbewerb um Arbeit und damit Arbeit für Einkommen. Vereinfacht ausgedrückt wird das Wettbewerbssystem durch den Selbsterhaltungstrieb aufrecht erhalten, denn dieser Trieb und die Zentrierung von Eigeninteresse führen stets zu statischen Institutionen, welche Veränderungen vermeiden wollen weil es das Bestehen ihrer Stellung, ihres Geschäftszweiges, ihrer Regierung oder welcher Struktur auch immer, gefährden könnte. Dies ist untragbar. |